Gewalt hinterlässt Spuren. Doch während die erste Welle der "Rekonstruktion der Gewalt" im 20. Jahrhundert primär physische Tatorte, ballistische Gutachten und Autopsieberichte umfasste, steht das Konzept einer zweiten Phase – "Rekonstruktion der Gewalt 2" – für einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel. Es geht nicht mehr nur um was geschah, sondern um wie wir das Unsichtbare sichtbar machen. Es ist die Kunst und Wissenschaft, aus Fragmenten, digitalen Fußabdrücken, traumatischen Erinnerungen und systemischen Strukturen ein kohärentes Bild der Zerstörung zu zeichnen, ohne selbst zum Teil der Gewalt zu werden.